Oberliga-Team

Beim völlig überforderten Absteiger DSC 99 spielt sich der Oberligist in Torlaune. Am Ende gewinnt Ratingen 12:0. Wolfgang Sinz hatte fast Tränen in den Augen. Der Betreuer des Oberligisten Ratingen 04/19 stand vor Mark Zeh, dem Kapitän der Mannschaft. Der hatte einen Präsentkorb in der Hand. "Wolfgang, ich habe schon viele Betreuer gehabt in meiner Karriere", sagte Zeh. "Aber du hast wirklich einen großartigen Job gemacht."

Es zeigt die Wertschätzung der Mannschaft für ihre guten Seele - und war der schöne Abschluss eines für den RSV insgesamt sehr gelungenen Tages. Denn am letzten Spieltag der Oberliga ballerte sich das Team von Trainer Alfonso del Cueto noch einmal in Spiellaune und schenkte dem Absteiger DSC 99 ein 12:0 (5:0) ein. Es war der bis dato höchste Oberliga-Sieg der Ratinger, vielleicht gar überhaupt.

Oberliga-Team

Der Fußball-Oberligist ist gegen Turu Düsseldorf die klar bessere Mannschaft, vergibt jedoch Chancen ohne Ende. Normalerweise ist Alfonso del Cueto wirklich kein Mensch, der sich von Emotionen leiten lässt. Doch nach dem Schlusspfiff der Partie zwischen Ratingen 04/19, seinem Verein, und Turu Düsseldorf war es dem Trainer des Fußball-Oberligisten zuviel. Er verzog sich wortlos in die Kabine. Und da blieb er erst einmal, verdaute die 1:2-Niederlage. Eine unglaublich unnötige Niederlage. Denn die Gäste aus Düsseldorf taten eigentlich nichts fürs Spiel, hatten kaum Chancen - und bekamen den Sieg auf dem Silbertablett serviert.

So zum Beispiel in der 63. Minute. Da konnten die Oberbilker ihr Glück kaum fassen. Einen harmlosen Ball, der in den Strafraum segelte, wollte Phil Spillmann wegschießen. Doch der Abwehrchef des RSV säbelte über den Ball - und jagte ihn unhaltbar in den eigenen Winkel. Es war der Treffer zum 1:1, der unglücklicher für die Ratinger nicht sein konnte. Denn zuvor hatte das Heimteam Möglichkeiten ohne Ende. "Schon nach 15 Minuten hätten wir 2:0 führen müssen", sagte del Cueto, nachdem er die Sprache wiedergefunden hatte. Und sein Trainerkollege von Turu nickte anerkennend.

Oberliga-Team

Der Coach des Ratinger Oberligisten will in der Tabelle noch etwas nach oben. Alfonso del Cueto ist kein Mensch, der Dinge gerne schleifen lässt. "Mich ärgert immer noch wahnsinnig, dass wir gegen Turu verloren haben", sagt der Trainer des Oberligisten Ratingen 04/19. "Wir versauen uns damit unsere schöne Tabellenplatzierung." Aktuell steht der RSV nämlich "nur" auf Rang acht - und das, obwohl Platz vier sogar schon in Reichweite war. Deshalb fordert del Cueto wenigstens im letzten Spiel der Saison (Sonntag, 15 Uhr) beim DSC 99 einen Sieg zum Abschluss. "Und wenn alles gut läuft, können wir wenigstens noch auf Rang sechs klettern", sagt der Spanier.

Dabei jammert der Trainer auf hohem Niveau. "Wir dürfen ja auch nicht vergessen, wo wir herkommen", gibt del Cueto zu. Er hatte das Team nach sieben Saisonspielen und sechs Punkten übernommen. Sein bisherige Zählerschnitt von 1,77 Punkten pro Spiel hätte nach 34 Spielen zu 60 Punkten gereicht - acht mehr als aktuell. Das würde Platz drei oder vier bedeuten.

2. Mannschaft

Im vermeintlichen Top-Spiel gegen Sparta Bilk gewinnt der neue Kreisliga-Meister 8:2. So spielt der echte Meister! Mit einem beeindruckenden Glanzauftritt spielte Ratingen 04/19 II, der Tabellenführer der Kreisliga A, den ewigen Verfolger Sparta Bilk an diesem vorletzten Spieltag mit 8:2 (4:0) an die Wand und damit holte sich erstmals in der langen Vereinsgeschichte eine Reserve des Vereins in dieser Liga den Meistertitel. Sparta, nach einer halbwegs ausgeglichenen Auftaktphase ziemlich überfordert, kann sich trösten. Auch dieses Team, der Vizemeister, steigt mit auf in die Bezirksliga.

Da ist jetzt schon für die kommende Saison Revanche angesagt, diese Pleite wird man an der Bilker Fährstraße niemals vergessen. Dabei begann der Tabellenzweite stark. Bereits in der Startphase wurde Ratingens Klasse-Keeper Marius Gerhardt durch Michael Rentmeister, einem Torjäger, der schon zu dessen Oberligazeiten überall gefürchtet war, zu einer Parade gezwungen, die in dieser Liga längst nicht jeder meistert.

C-Jugend

Lowick ist am Samstag der erste Gegner. Die U15 von Ratingen 04/19 startet am Samstag (15 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei der DJK SF 97/30 Lowick in die Qualifikationsrunde zur Niederrheinliga. "Wir haben eine sehr gute Mannschaft und einen guten Trainer. Aber es wird kein Selbstläufer, wir werden uns strecken müssen", sagt Jugendleiter Martin Hasenpflug. "Es ist die schwerste Gruppe, die wir im Bereich der C-Jugend jemals zugelost bekommen haben." In den weiteren Spielen trifft die Mannschaft von Trainer Marian Busse auf den 1. FC Kleve und den TSV Norf. Nur die ersten beiden qualifizieren sich.

Für 04/19 ist es bereits die vierte Teilnahme in Folge an den Gruppenspielen, die bereits die Mannschaft der kommenden Saison bestreitet. Diese setzt sich bei den Ratingern größtenteils aus Spielern der letztjährigen C2-Jugend zusammen, die in der vergangenen Spielzeit in der Leistungsklasse spielte.

Oberliga-Team

Der Edeltechniker wechselt nach vier Jahren zurück an den Stadionring. Dort soll er beide Teams verstärken. Jens Stieghorst darf sich rühmen: Der Vorsitzender des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19 hat ein neues Wort erfunden. Pendelspieler heißt es. Schönes Wort. Und es wurde eigens geschaffen für einen, der nach vier Jahren in der Fremde zurückkehrt: Daniel Rehag spielt ab der nächsten Saison wieder für den RSV - nur für welche Mannschaft, das ist noch nicht so ganz klar. "Deshalb kommt er als Pendelspieler: Er wird sowohl die Erste, als auch die Reserve in der Bezirksliga verstärken", sagt Stieghorst. Pendeln zwischen den Teams also.

Geht es nach Rehag selbst, kann der gerade erst geschaffene Begriff gleich wieder in die Tonne. "Ich will es noch einmal in der Oberliga wissen", sagt der 32-Jährige. In der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit wird er beim Oberliga-Team trainieren. "Ich habe aber einen anstrengenden Beruf als Dachdecker", sagt er. "Natürlich traue ich es mir zu. Aber wenn es zeitlich nicht hinhaut, spiele ich genau so gerne in der Bezirksliga."