Raschka kam in der Saison 2014/2015 von RW Essen nach Ratingen. An der Hafenstraße wurde er in seiner Jugend ausgebildet, wechselte als Erwachsener dann ins Oberliga-Team der zweiten Mannschaft von RWE bis diese aufgelöst wurde. Da fügte es sich prima, dass sich Michael Kulm, ebenfalls mit Essener Vergangenheit und früherer Manager von 04/19, über den Weg liefen. Kulm empfahl Raschka, nach Ratingen zu wechseln. „Für mich ist wichtig, dass ich mich bei einem Verein wohl fühle“, sagt Raschka, der dafür auch mehrmals in der Woche die lange Anfahrt aus Dortmund von seiner Arbeit als Arbeitsvermittler bei einem Personaldienstleister in Kauf nimmt. Und: „Ratingen hat mir mit seinem familiären Umfeld vom ersten Tag an sehr gut gefallen. Selbst an schlechteren Tagen hat mir der Verein den Rücken gestärkt.“ Dass Ratingen 04/19 ein Stück Heimat wurde, liegt auch an Weggefährten wie Trainer Peter Radojewski („Er war, in seiner ersten Amtszeit hier, der beste Trainer. Vor allem für mich der Wichtigste, da er mich damals – mit gerade 21 Jahren – immer gestärkt hat.“) oder vermeintlichen Konkurrenten wie Luca Fenzl und Dario Ljubic: „Wir haben uns auf und neben dem Platz prima verstanden, pflegen bis heute einen super Kontakt.“
„Für Heimspiele des VfL Bochum lasse ich auch ein Date platzen“
Das nennt man Liebe. Wobei, die ganz große Liebe ist der VfL Bochum. „Für die Heimspiele beim VfL lasse ich auch ein Date platzen“, schmunzelt Raschka. Klar, dass sein großes sportliches Vorbild denn auch seine größte Zeit beim VfL Bochum erlebte: Manuel Riemann. Wichtig ist Raschka auch die Erwähnung seiner Eltern, die die Karriere ihres Sohnes immer gefördert haben: Sei es auf dem Aschenplatz („Mein Vater hat mir die Hände blutig geschossen.“), sei es mit ungezählten Fahrkilometern zum Training und zu den Spielen oder der Einsatz der heimischen Waschmaschine.
Was ein Torwart können müsse, sei im Grunde ganz einfach: „Bälle halten, Punkte retten!“ Raschkas Stärke: „Auf der Linie die Schüsse des Gegners antizipieren. Als ich mit meiner Karriere anfing, gab es die mitspielenden Torhüter noch gar nicht.“ Wichtig seien Ausdauer, Schnelligkeit und nicht aufzugeben, bevor der Ball nicht endgültig über die Torlinie gerollt sei. „Und auf den eigenen Körper zu achten, stets topfit zu bleiben.“


