„Wenn ich mich dazu entscheide, mit Kindern zu arbeiten und sie auf ihrem fußballerischen Weg zu begleiten, möchte ich ihnen auch die bestmögliche Ausbildung bieten können. Dafür brauche ich einen Verein, der meine Vorstellungen teilt und mich in meiner Arbeit unterstützt“, sagt Tolga Keklik, Trainer der D1 (U13) von Ratingen 04/19. Bei 04/19 hat der dreifache, „stolze“ Familienvater genau diese Voraussetzungen gefunden. Denn: „Ich kann meine Ideen als Trainer einbringen, bekomme die Unterstützung, die ich brauche, und weiß, dass ich den Jungs hier eine gute sportliche und persönliche Entwicklung ermöglichen kann“, so der 33-Jährige, der in seiner Jugend für Bayer Uerdingen und Bayer Leverkusen aktiv war, ehe er erneut in Uerdingen beim KFC anheuerte und es zu einigen Einsätzen in der Oberliga geschafft hat. Sein Anspruch heute: „Als Trainer möchte ich meine Erfahrungen weitergeben und junge Spieler auf ihrem Weg begleiten und fördern.“ Mehr noch: „Es für mich das größte Glück, mit Kindern arbeiten zu dürfen und ihnen nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich etwas fürs Leben mitzugeben!“
Im Juni hatte sich die U13 mit zwei Siegen in den Qualifikationsspielen den Aufstieg in die Leistungsklasse, der höchsten Spielklasse auf Kreisebene, gesichert. Aktuell besteht der Kader aus 15 Spielern. Keklik: Das ist eine gute Größe, um intensiv und anspruchsvoll trainieren zu können. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den Kader eher klein zu halten, weil ich so viel gezielter mit den Jungs arbeiten und ihre individuelle Entwicklung besser begleiten kann.“ Wichtig sei ihm, jeden einzelnen Spieler im Blick zu haben und zu sehen, wer sich weiterentwickelt und bereit ist, an sich zu arbeiten. „Gleichzeitig möchte ich, dass die Jungs möglichst viel Spielzeit bekommen und das, was wir im Training erarbeiten, auch auf dem Platz umsetzen können.“
Eine Mannschaft, eine Einheit, (fast) eine Familie
Die Prämisse: jeden einzelnen Spieler bestmöglich weiterzubringen. „Mir ist wichtig, dass wir nicht einfach nur eine Mannschaft sind, sondern eine richtige Einheit – fast wie eine Familie. Die Spieler sollen sich gegenseitig unterstützen, füreinander einstehen und gemeinsam wachsen. Ich glaube, genau das macht uns als Team aus und ist für mich mindestens genauso wichtig wie der sportliche Erfolg. Das Saisonziel? „Am Ende ganz oben zu stehen. Ich bin ehrgeizig und traue der Mannschaft viel zu. Ich wäre aber auch mit einem Platz unter den ersten drei zufrieden, weil es mir zeigt, dass wir als Mannschaft gute Arbeit leisten und uns weiterentwickeln.“
Einen guten Spieler, der das Spiel „lesen“ kann, erkennt Tolga Keklik an dessen Spielintelligenz. „Ein guter Spieler muss Situationen schnell erkennen, gute
Entscheidungen treffen und das Spiel verstehen.“ Was ihn aber ebenso packt, ist Dynamik, also wenn ein Spieler explosiv ist, Tempo mitbringt und selbstbewusst Aktionen kreiert. Ein Erfolgsfaktor seiner Arbeit sei, dass die jungen Spieler, die an der Schwelle vom Kinderfußball zum taktischen Jugendfußball stehen, bei ihm eine gute Ausbildung bekommen und sich fußballerisch weiterentwickeln: „Eben dass sie irgendwann ohne mich ihren Weg gehen und sich als gut ausgebildete Spieler durchsetzen können.“ Bei der Trainingsarbeit mit der U13 steht für Keklik das Spielverständnis und die Taktik im Vordergrund, konkret lernen, Situationen zu erkennen, Räume zu sehen und im Zusammenspiel die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Sowohl im Ballbesitz als auch gegen den Ball ist es wichtig, als Mannschaft zu funktionieren und sich gegenseitig zu unterstützen.“
Schnell. Laufstark. Selbstbewusst.
Die Handschrift von Tolga Keklik: „Mir ist wichtig, dass mein Team als Einheit auftritt, sich gegenseitig unterstützt und jeder für den anderen einsteht. Respekt, Zusammenhalt und eine positive Stimmung gehören für mich genauso dazu wie Disziplin und der Wille, sich gemeinsam weiterzuentwickeln.“ Übersetzt in (s)eine Spielphilosophie, die für dynamischen, mutigen und aktiven Fußball steht: „Meine Mannschaft ist schnell und laufstark. Deshalb stehen wir hoch, machen dem Gegner früh Druck. Gegen den Ball wollen wir kompakt bleiben, uns nicht zu weit nach hinten drängen lassen. Mit dem Ball wollen wir schnell spielen, von hinten heraus aufbauen und durch gute Kombinationen nach vorne kommen.“ Über den Fußball hinaus lernen die jungen Spieler auch fürs Leben. „Sie entwickeln Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, lernen mit Erfolgen wie Niederlagen umzugehen, sich gegenseitig zu unterstützen und selbstständig Lösungen zu finden. Ich bin überzeugt, dass sich diese Erfahrungen auch auf andere Bereiche im Alltag und in der Schule positiv auswirken“, so Keklik.


